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Interview mit Stefan Höhener

Mit zwei Podestplätzen und zwei 4. Rängen steht der 26-jährige Stefan Höhener inmitten seiner erfolgreichsten Saison. Der momentan Gesamtweltcup-Dritte bereitet sich jetzt auf den Höhepunkt der Saison vor. Im österreichischen Igls gehen am kommenden Wochenende die Rennrodel-Weltmeisterschaften über die Bühne. Mit seinen guten Leistungen kann sich der Obfelder Sportler Medaillenchancen ausrechnen. Im nachfolgenden Interview blickt Stefan Höhener zurück und voraus auf die aktuelle Saison.

Wie fühlst du dich mitten in deiner bisher erfolgreichsten Saison?
Das Gefühl wird nicht anders, man wird ja nicht jünger und nicht stärker. Das Drumherum ändert sich, man wird mehr wahrgenommen. Die Presse interessiert sich viel mehr für einen.

Wie bist du mit der bisherigen Saison zufrieden?
Ich bin mehr als zufrieden. Die Resultate liegen weit über den Erwartungen. Man muss aufpassen, dass man selbst nicht plötzlich zu hohe Ansprüche hat. Auch als Vierter hab ich noch den "Plausch".

Über welches Resultat hast du dich diese Saison am meisten gefreut?
Natürlich über die zwei 3. Plätze. Am meisten habe ich mich über den ersten Podestplatz in Park City gefreut. Der zweite 3. Rang in Calgary war insbesondere gut, da niemand von den Favoriten einen Fehler gemacht hat und ich aus eigener Kraft soweit vorne dabei war.

Hattest du mit schwierigen Situationen oder Resultaten zu kämpfen?
Eigentlich nicht gross. Man regt sich über manches auf, aber zu kämpfen hatte ich eigentlich nie. Aufgeregt habe ich mich eher über Situationen, wie z.B. in Oberhof als die Witterungsverhältnisse kein besseres Resultat zuliessen.

Das letzte Weltcup-Rennen in Altenberg wurde wegen starkem Wind nach dem 1. Lauf abgebrochen. War das deiner Meinung nach richtig?
Das war ganz klar richtig, Man muss ja vor der WM keine Risiken eingehen, so dass sich noch jemand verletzt. Der Wind ist unberechenbar und wenn man in eine Böe kommt, wird es gefährlich.

Welches Ziel hast du dir für die Weltmeisterschaften in Igls gesetzt?
Das Jahr habe ich mir eigentlich jeweils keine Ziele gesetzt und das kam recht gut. Mein Ziel ist es einfach zwei gute Läufe hinunterzubringen und mich im Ziel über eine gute Platzierung überraschen zu lassen.

Heisst dies, dass man im Ziel seine Leistung nicht genau einschätzen kann?
Im Ziel weiss man eigentlich nicht wo man steht. Man weiss ja nicht genau wie die anderen gefahren sind. So muss man dann auf die Zeit und Rangierung auf der Anzeige schauen.

Wie liegt dir die Eisbahn in Igls und rechnest du mit Unterstützung vor Ort?
Die Bahn liegt mir recht gut. Ich habe dort angefangen zu rodeln, sozusagen meine Heimbahn. Es wird sicher genügend Zuschauer vor Ort haben. Ich freue mich auch riesig auf meinen Fanclub. Dieser wird mit zwei Cars und somit etwa 90 Leuten vor Ort sein. Dann werden wir sicher schon mal dort die Nummer 1 sein.

Du stehst momentan auf dem 3. Rang der Weltcup-Gesamtwertung. Wie siehst du deine Chancen diesen Rang bis Ende Saison zu halten? Gibt es noch Möglichkeiten nach vorne?
Nach vorne gibt es keine Möglichkeiten mehr. Da ich relativ viel Rückstand habe auf Armin Zöggeler und David Möller. David müsste zweimal ausscheiden und ich zweimal gewinnen, was doch eher ungewöhnlich wäre. Nach hinten ist es sehr eng. Es wird sehr schwer diesen Rang zu halten, besonders da noch das Rennen in Sigulda ansteht. Dort ist mir noch nie eine gute Platzierung gelungen, aber es wäre wohl gut dieses Jahr damit anzufangen.

Neben dir rodelt auch noch der Junior Gregory Carigiet und Martina Kocher für das Schweizer Team. Bringt dies Vorteile für dich?
Ja, sicher. Es ist schön, wenn man eine grössere Mannschaft ist. Man kann sich gegenseitig helfen und es ist auch angenehmer als alleine herumzureisen. Gerade Gregory bringt frischen Wind ins Team.

Mit Biotta konnte erstmals durch den Bobverband ein Sponsor verpflichtet werden. In welcher Hinsicht hilft dir das weiter?
Biotta unterstützt erstmals einzig Rodeln und Skeleton und es muss für einmal nicht ein Sponsor mit den Bobfahrern geteilt werden. Wir konnten uns jetzt mit der guten Medienpräsenz schon mal bedanken. Es wäre schön, wenn der Schweizer Rodelsport Biotta auch in der nächsten Saison behalten könnte.

Wir wünschen dir viel Erfolg in Igls. Besten Dank für das Gespräch.

Interview: Dominik Stierli