Aus dem Affolter-Anzeiger vom 3. September 2004

Den Blick auf Turin gerichtet
Rodler Stefan Höhener: Ein Diplom oder mehr an den olympischen Winterspielen 2006?

Am 12. November 2004 steigt der Obfelder Rodler Stefan Höhener in die neue Saison, aber sein Blick geht darüber hinaus - bis nach Turin, wo 2006 die olympischen Winterspiele stattfinden.

Rund 300 Leute kamen am vergangenen Samstagabend zum «Höhni-Fäscht» nach Obfelden: Sponsoren, Gönner, Freunde und Betreuer. Ihnen galt in erster Linie der Dank für die wirksame Unterstützung, die Stefan Höhener zuteil wird - und letztlich eine professionelle Vorbereitung ermöglicht. Rodeln ist in der Schweiz eine Randsportart, Erfolge der Schweizer in internationalen Gefilden eher die Ausnahme. Stefan Höhener sorgt aber für diese Ausnahme: Er hat sich im Training den deutschen Weltklasserodlern um Georges Hackl angeschlossen und verfügt seit dem 1. Mai dieses Jahres in der Person von Reto Gilly nun auch über einen vollamtlichen Schweizer Trainer, der zudem im deutschen Verband Aufgaben wahrnimmt. Der grössere Trainingsaufwand und die professionellen Strukturen haben bereits einen erfreulichen Effekt bewirkt. Stefan Höhener hat die zeitlichen Abstände zur Weltspitze markant verkleinern können, innerhalb von drei Jahren von 2,1 auf 0,7 Sekunden. Das weckt natürlich Hoffnungen. «Jeder Sportler träumt von Olympia», sagte Höhni am samstäglichen Fest im Interview mit «Anzeiger»-Chefredaktor Werner Schneiter. Olympiaerfahrungen hat er 2002 in Salt Lake City bereits sammeln können. Nun will er natürlich mehr, obschon er weiss, wie hoch die Medaillen hängen. Reichts zu einem olympischen Diplom (bis Rang 8) oder gar zu Metall? Bei der Frage nach Prognosen hält sich Stefan Höhener vorsichtig. Aber er will - das ging im Interview klar hervor - alles für den Erfolg tun, und er hat jetzt auch die Möglichkeit, im Windkanal zu trainieren.

An Motivation und Einsatzwillen fehlt es nicht - und auch nicht an materieller und finanzieller Unterstützung, für die das so genannte «Höhni-Team» verantwortlich zeichnet. Letztlich sorgen auch seine Eltern Hanni und Ernst Höhener für optimale Bedingungen ihres 23-jährigen Sprösslings, der in dieser Phase nicht sehr oft im elterlichen Geschäft anzutreffen ist.
Aber die Einstellhalle dieses Geschäfts war am Samstag Schauplatz eines fröhlichen «Höhni-Fäschts» - eine Gelegenheit für den Spitzensportler, seinen vielen Freunden Danke zu sagen. Dazu gehörte nicht nur der (leider) letzte Auftritt der «Crazy Wind Band», sondern auch ein Sackmesser-Wettbewerb, bei dem es viele attraktive Preise zu gewinnen gab.